Erkrankungen des äußeren Auges
Das äußere Auge – bestehend aus Bindehaut, Hornhaut, Lederhaut (Sklera) und den umgebenden Schleimhäuten – ist die direkte Kontaktfläche zwischen unserem Sehorgan und der Umwelt. Zugleich ist es jene Region, die Patient:innen am häufigsten in die Apotheke führt: gerötete Augen am Morgen, ein brennendes oder fremdkörperartiges Gefühl, tränende Augen bei Pollenflug, ein verklebtes Lid nach durchwachter Nacht. Viele dieser Beschwerden sind harmlos und gut selbst zu behandeln, andere hingegen gehören in die fachärztliche Sprechstunde der Augenärztin oder des Augenarztes. Auf dieser Seite geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Erkrankungen des äußeren Auges, ordnen Symptome, Diagnostik und Therapie ein und benennen die Warnzeichen, bei denen Sie nicht zögern sollten, einen Termin zu vereinbaren.
Bakterielle Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
Die bakterielle Konjunktivitis ist eine der häufigsten Augenerkrankungen überhaupt. Verursacher sind in unseren Breiten meist Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae oder Haemophilus influenzae. Typisch ist das morgendliche Verkleben eines oder beider Lider durch gelblich-eitriges Sekret, das im Tagesverlauf wieder nachfließt. Die Bindehaut ist diffus gerötet, fühlt sich sandig an, das Sehen kann durch den Schleier vorübergehend leicht verschwommen sein. Im Unterschied zu viralen Formen fehlt meist die starke Tränenproduktion und die Lidschwellung ist eher mäßig. Diagnostisch reicht in vielen Fällen die klinische Untersuchung mit der Spaltlampe; bei wiederkehrenden oder hartnäckigen Verläufen kann ein Bindehautabstrich zur Erregerbestimmung sinnvoll sein. Therapeutisch kommen lokal antibiotische Augentropfen wie Ofloxacin, Gentamicin oder Azithromycin zum Einsatz, in der Regel über fünf bis sieben Tage. Hygienemaßnahmen – eigene Handtücher, häufiges Händewaschen, keine gemeinsam genutzten Kosmetika – verhindern eine Übertragung auf das Partnerauge und auf die Mitbewohner.
Virale Konjunktivitis und Keratoconjunctivitis epidemica
Virale Bindehautentzündungen, insbesondere die durch Adenoviren ausgelöste hoch ansteckende Keratoconjunctivitis epidemica, beginnen meist einseitig und greifen wenige Tage später auf das zweite Auge über. Leitsymptome sind massive Tränenproduktion, ein wässriges Sekret, eine deutlich gerötete und teils chemotisch geschwollene Bindehaut, geschwollene präaurikuläre Lymphknoten vor dem Ohr sowie ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl. In der zweiten Krankheitswoche können kleine Hornhauttrübungen (Nummuli) entstehen, die das Sehen über Wochen bis Monate beeinträchtigen. Eine ursächliche Therapie gegen Adenoviren existiert nicht; behandelt wird symptomatisch mit benetzenden Tropfen, kühlen Auflagen und gegebenenfalls schwachen Steroidtropfen – letztere ausschließlich auf augenärztliche Verordnung. Wegen der extremen Ansteckungsfähigkeit gilt die Erkrankung als meldepflichtig nach §6 IfSG bei gehäuftem Auftreten in Gemeinschaftseinrichtungen. Strikte Handhygiene, eigene Handtücher, getrennte Kissen und der Verzicht auf Händeschütteln über zwei Wochen sind Pflicht. Wer beruflich Patient:innen-Kontakt hat, sollte krankgeschrieben werden.
Allergische Konjunktivitis
Die allergische Konjunktivitis ist die häufigste Augenerkrankung beim erwachsenen Mitteleuropäer. Sie tritt saisonal (typischerweise zur Birken-, Gräser- und Beifußblüte) oder ganzjährig (Hausstaubmilbe, Tierhaarallergie) auf. Charakteristisch ist der starke Juckreiz – ein Symptom, das bei keiner anderen Bindehautentzündung in dieser Intensität auftritt. Hinzu kommen Tränenfluss, eine gleichmäßige Rötung, geschwollene Lider und häufig zugleich Beschwerden an Nase und Rachen. Diagnostisch sind Anamnese und Prick-Test bei der Allergologin wegweisend; die Spaltlampe zeigt papilläre Veränderungen der Lidinnenseite. Therapeutisch stehen Antihistaminika-Augentropfen (Levocabastin, Azelastin, Olopatadin), Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure, Nedocromil) sowie kombinierte Präparate zur Verfügung. Bei systemischen Beschwerden ergänzen orale Antihistaminika wie Loratadin, Cetirizin oder Bilastin die lokale Therapie. Mittel- und langfristig kann eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) die Beschwerden ursächlich reduzieren. Tipp aus der Apotheke: Tropfen vor dem Pollenkontakt anwenden und Pollen abends aus den Haaren ausduschen.
Trockenes Auge (Sicca-Syndrom, Keratoconjunctivitis sicca)
Das Trockene Auge ist die Volkskrankheit der Bildschirmarbeitenden, der Klimaanlagentragenden und der älter werdenden Bevölkerung. Ursache ist entweder eine zu geringe Produktion der wässrigen Tränenphase (hyposekretorische Form) oder eine zu schnelle Verdunstung durch eine gestörte Lipidschicht aus den Meibom-Drüsen (evaporative Form). Risikofaktoren sind das weibliche Geschlecht, hormonelle Umstellungen in der Menopause, Schilddrüsenerkrankungen, rheumatische Grundleiden (Sjögren-Syndrom), Diabetes, Kontaktlinsen, Antihistaminika, Betablocker und manche Antidepressiva. Patient:innen klagen über brennende, kratzende Augen, Fremdkörpergefühl, paradoxes Tränen, verschwommenes Sehen, das nach Lidschlag kurz besser wird, und über eine starke Lichtempfindlichkeit. Die Diagnostik umfasst den Schirmer-Test (Filterpapierstreifen am Unterlid), die Tränenfilmaufrisszeit (BUT), die Fluoreszein-Färbung zur Darstellung epithelialer Defekte, eine Bengalrosa-Färbung sowie die Meibom-Drüsenexpression. Therapeutisch bilden benetzende Tropfen (Hyaluronsäure, Carbomer, Lipidemulsionen) die Basis – bevorzugt konservierungsmittelfrei in der Einmaldosis-Ophtiole. Bei evaporativer Form helfen warme Augenkompressen und Lidrandmassage, bei schwerer Form ciclosporinhaltige Tropfen oder autologes Serum. Wir beraten Sie gerne zu einem geeigneten Tränenersatzmittel.
Keratitis (Hornhautentzündung)
Die Keratitis ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, denn die Hornhaut ist als brechende und transparente Struktur essenziell für scharfes Sehen. Bakterielle Keratitiden treten vor allem bei Kontaktlinsenträger:innen, nach Verletzungen oder bei vorbestehender Sicca auf. Erreger sind Pseudomonas aeruginosa, Staphylokokken, Streptokokken und seltener Acanthamoeben. Charakteristisch sind starke Schmerzen, Photophobie, Tränenfluss, deutliche Visusminderung sowie ein weißlich-graues Infiltrat im Hornhautstroma, das sich an der Spaltlampe zeigt. Eine Verzögerung der Behandlung kann zur Hornhautperforation und zum Sehverlust führen. Therapeutisch werden hochfrequent antibiotische Tropfen (oft als Kombinationstherapie oder hochkonzentrierte Spezialrezeptur) im stündlichen Takt gegeben, häufig stationär. Bei Verdacht ist sofort die augenärztliche Notaufnahme aufzusuchen. Sonderform: Die Herpes-simplex-Keratitis verursacht den typischen dendritischen Hornhautdefekt und wird mit Aciclovir-Augensalbe oder oralen Virostatika behandelt – Steroide sind hier ohne Schutz durch ein Virostatikum kontraindiziert.
Hornhautulkus (Ulcus corneae)
Schreitet eine Keratitis in tiefere Schichten fort, entsteht ein Hornhautulkus: ein offener Defekt im Hornhautepithel und -stroma. Ursächlich sind Infektionen (oft Pseudomonas bei Kontaktlinsen-Tragenden mit mangelhafter Pflege), aber auch neurotrophische Störungen nach Herpes-Infektion, schwerste Sicca, Lidschlussdefekte oder chemische Schäden. Symptome sind unerträgliche Schmerzen, ein roter, harter Augapfel, Lidkrampf (Blepharospasmus), Sehverlust und unter Umständen ein Hypopyon – eine sichtbare Eiteransammlung in der vorderen Augenkammer. Die Diagnostik erfolgt unter Spaltlampe mit Fluoreszeinfärbung; Abstriche und Hornhautgeschabsel werden mikrobiologisch aufgearbeitet. Therapeutisch ist stationäre intensive Antibiotikatherapie der Standard, unter Umständen kombiniert mit Cycloplegika zur Schmerzlinderung und mit Hornhauttransplantation als Ultima Ratio. Wer Kontaktlinsen trägt und unerwartete Augenschmerzen mit Rötung verspürt, sollte die Linse sofort entfernen und ohne Umwege augenärztlich vorstellig werden.
Hornhautverletzungen: Erosio corneae und Fremdkörper
Eine Erosio corneae – die oberflächliche Abschürfung des Hornhautepithels – ist eine der schmerzhaftesten Bagatellverletzungen überhaupt. Auslöser sind Fingernagel im Auge des Säuglings, Papierkante, Ast beim Gartenarbeiten, Wimperntusche-Bürste, herausspringende Sektkorken. Patient:innen klagen über unerträgliche Schmerzen, massives Tränen, Lichtempfindlichkeit und das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben. Die Diagnostik mit Fluoreszein-Färbung an der Spaltlampe macht den Defekt sichtbar. Therapeutisch werden antibiotische Salben (Erythromycin, Bacitracin, Ofloxacin) zur Infektprophylaxe verschrieben, häufig zusätzlich eine therapeutische Verbandlinse oder eine Augenklappe. Auch tränenersetzende Gele beschleunigen die Heilung, die in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden eintritt. Steckt ein Fremdkörper (Metallsplitter, Schleifstaub) auf der Hornhaut, gehört dieser augenärztlich entfernt; eigenständige Versuche mit Wattestäbchen verschlimmern oft die Verletzung. Wer beim Flexen, Schleifen, Bohren oder Hämmern keine Schutzbrille trägt, riskiert eine Hornhautverletzung – und das ist vermeidbar.
Verätzungen und Verbrennungen – Erste-Hilfe-Maßnahmen
Verätzungen des Auges sind augenärztliche Notfälle und gehören zu den wenigen Situationen, in denen jede Sekunde zählt. Laugen (Natronlauge, Kalkmilch, Putzmittel, Backofenreiniger, Ammoniak) sind dabei deutlich gefährlicher als Säuren, weil sie das Gewebe in die Tiefe schmelzen (Kolliquationsnekrose), während Säuren eine oberflächliche Koagulationsnekrose verursachen. Sofortmaßnahme: Auge sofort über mindestens 15 bis 20 Minuten ausgiebig mit Wasser, Augenspülflüssigkeit oder Kochsalzlösung spülen – idealerweise mit gespreizten Lidern und mit dem unverletzten Auge oben, damit kein Spülwasser hineinläuft. Kontaktlinsen entfernen, sobald möglich. Erst danach – oder besser parallel – Notruf 112 oder direkte Fahrt in die augenärztliche Notaufnahme. Bitte: Spülen Sie zuerst und telefonieren Sie währenddessen. Verbrennungen durch heißes Wasser, Schweißfunken oder UV-Strahlung (Schweißerblende, Schneeblindheit, Solarium ohne Schutz) werden ebenfalls augenärztlich versorgt, dort mit kühlen Auflagen, benetzenden Tropfen, Antibiotikasalben und gegebenenfalls Schmerzmitteln. In jeder Apotheke erhalten Sie steriles Augenspülwasser für die Hausapotheke – eine Investition von wenigen Euro, die im Ernstfall das Augenlicht retten kann.
Pinguecula und Pterygium
Die Pinguecula ist eine gelblich-weißliche, scharf begrenzte Verdickung der Bindehaut, meist im nasalen Lidspaltbereich. Sie entsteht durch chronische UV-Belastung, Wind, Staub und trockenes Klima – daher häufig bei Landwirt:innen, Seeleuten, Bergsteiger:innen. Eine Pinguecula ist gutartig, kann jedoch entzünden (Pingueculitis) und mit Rötung, Brennen und Fremdkörpergefühl auf sich aufmerksam machen. Therapeutisch reichen meist benetzende Tropfen, gegebenenfalls kurzfristig nichtsteroidale Antiphlogistika. Wächst die Bindehautwucherung dreieckig auf die Hornhaut zu, spricht man vom Pterygium („Flügelfell“). Es kann das Sehen durch eine induzierte Hornhautverkrümmung beeinträchtigen oder durch direktes Hineinwachsen in die Pupillenachse das Sehen verschlechtern. Behandlung der Wahl ist die operative Entfernung mit autologer Bindehauttransplantation; eine Rezidivrate von zehn bis zwanzig Prozent ist beschrieben. UV-Schutz mit qualitativ hochwertiger Sonnenbrille – auch im Alltag in den Bergen oder am Wasser – ist die wichtigste Prophylaxe und ein guter Beratungseinstieg in jeder Apotheke.
Skleritis und Episkleritis
Die Episkleritis ist eine entzündliche Reaktion der oberflächlichen Bindegewebsschicht zwischen Bindehaut und Lederhaut. Sie verläuft typischerweise akut, oft ohne erkennbare Ursache, manchmal in Verbindung mit Autoimmunerkrankungen oder Infekten. Ein sektorförmig gerötetes Areal – meist im sichtbaren Quadranten – mit mäßigen Beschwerden, leichtem Druckgefühl, aber ohne Sehminderung ist charakteristisch. Die Phenylephrin-Probe (10 %) bleicht die Rötung aus – im Gegensatz zur Skleritis. Therapeutisch genügen meist benetzende Tropfen und nichtsteroidale Antiphlogistika, in seltenen Fällen kortisonhaltige Tropfen. Die Erkrankung heilt in der Regel ohne Folgen ab. Anders die Skleritis: Sie betrifft die Lederhaut selbst, verursacht heftige, oft nächtlich bohrende Schmerzen, eine tiefblau-violette Verfärbung der Sklera, Berührungsempfindlichkeit des Augapfels und teilweise Visusminderung. Sie ist häufig assoziiert mit rheumatischen Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Granulomatose mit Polyangiitis, systemischer Lupus erythematodes), tuberkulösen oder syphilitischen Infektionen sowie Sarkoidose. Diagnostik und Therapie gehören in fachärztliche Hände – behandelt wird systemisch mit oralen NSAR, oralen Kortikoiden und/oder Immunsuppressiva. Eine Skleritis ist ein Alarmsignal, das auch nach einer Grunderkrankung gefahndet werden muss.
Diagnostik am äußeren Auge – was die Augenärztin macht
In der augenärztlichen Sprechstunde stehen für die Untersuchung des äußeren Auges mehrere etablierte Verfahren zur Verfügung. Die Spaltlampenuntersuchung ist das Herzstück: ein Mikroskop mit fokussiertem Lichtspalt erlaubt eine mehrfach vergrößerte Beurteilung von Lid, Bindehaut, Tränenfilm, Hornhaut, Vorderkammer und Iris. Die Fluoreszein-Färbung nutzt einen orange-grün leuchtenden Farbstoff, der epitheliale Defekte und Erosionen unter blauem Licht sichtbar macht – unverzichtbar bei Verdacht auf Erosio, Keratitis oder Ulkus. Die Visusprüfung mit Snellen- oder ETDRS-Tafel quantifiziert das Sehvermögen und ist die einfachste Verlaufskontrolle. Beim Schirmer-Test wird ein 35 mm langer Filterpapierstreifen in den seitlichen Bindehautsack eingelegt; nach fünf Minuten wird die Befeuchtungsstrecke abgelesen – weniger als 5 mm sprechen für eine schwere Hyposekretion. Die Tränenfilmaufrisszeit (BUT) misst die Stabilität des Tränenfilms; Werte unter 10 Sekunden weisen auf evaporative Sicca hin. Bei Verdacht auf bakterielle Infektion sind Abstriche und gegebenenfalls Hornhautgeschabsel für die mikrobiologische Aufarbeitung indiziert. Die Meibographie bildet die Tarsaldrüsen ab und ist ein modernes Werkzeug bei chronisch-evaporativer Sicca.
Therapie – was die Apotheke vorrätig hat
Die Therapie am äußeren Auge fußt auf wenigen Substanzklassen, die wir in unserer Apotheke vorrätig oder kurzfristig besorgbar haben. Antibiotische Augentropfen und -salben umfassen Aminoglykoside (Gentamicin, Tobramycin), Chinolone (Ofloxacin, Moxifloxacin, Ciprofloxacin), Makrolide (Azithromycin) und Fusidinsäure – verschreibungspflichtig und auf augenärztlichen oder hausärztlichen Befund hin abgegeben. Antivirale Mittel wie Aciclovir oder Ganciclovir als Augensalbe oder Augengel sind bei Herpeskeratitis indiziert. Antihistaminika (Levocabastin, Azelastin, Olopatadin, Ketotifen) sowie Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure, Nedocromil) bilden die Säulen der allergischen Therapie und sind teils rezeptfrei erhältlich. Tränenersatzmittel mit Hyaluronsäure, Hydroxypropylmethylcellulose, Carbomer oder Lipidemulsionen werden je nach Defizit ausgewählt – bei häufiger Anwendung achten Sie auf konservierungsmittelfreie Einmaldosen. Kortikoidhaltige Augentropfen (Dexamethason, Loteprednol, Fluorometholon) wirken stark entzündungshemmend, dürfen aber nur unter augenärztlicher Kontrolle eingesetzt werden, weil sie den Augeninnendruck erhöhen, eine Linsentrübung begünstigen und virale Infektionen verschleiern können – wir geben sie ausschließlich auf entsprechende Verordnung ab. Nichtsteroidale Antirheumatika als Augentropfen (Diclofenac, Nepafenac, Bromfenac) ergänzen das Therapiearsenal vor allem postoperativ.
Selbsthilfe und Prävention
Vieles am äußeren Auge lässt sich durch einfache Maßnahmen positiv beeinflussen. Bildschirmarbeitende sollten die 20-20-20-Regel beherzigen: alle 20 Minuten 20 Sekunden lang auf einen 20 Fuß (etwa 6 Meter) entfernten Punkt schauen, bewusst blinzeln und die Augen feucht halten. Wer in trockenen Innenräumen sitzt, kann mit einem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit kontrollieren; 40 bis 60 % sind ideal. Kontaktlinsenträgerinnen und -träger achten auf ein striktes Pflegeregime mit Peroxidsystem oder All-in-one-Lösung, kein Leitungswasser am Behälter, kein Schlafen mit Linsen (außer bei dafür zugelassenen Materialien), monatlicher Wechsel des Behälters. UV-Schutz mit guter Sonnenbrille (CE-Kennzeichen, UV400) ist Pflicht in den Bergen, am Wasser und im Winter über Schnee. Bei handwerklichen Tätigkeiten gehört eine seitlich geschlossene Schutzbrille zur Standardausrüstung. In den Pollenzeiten helfen Pollenschutzgitter am Schlafzimmerfenster, abendliches Haarewaschen und das Wechseln der Wäsche vor dem Schlafengehen, um Pollen aus dem Schlafraum fernzuhalten. Eine ausgewogene Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren (Leinsamen, Walnüsse, Fettfisch) unterstützt die Lipidschicht des Tränenfilms.
Wann zum Arzt – rote Flaggen
Manche Augensymptome dürfen Sie nicht selbst behandeln, sondern müssen umgehend augenärztlich abklären lassen. Dazu gehören: plötzliche, einseitige Sehverschlechterung, starke Augenschmerzen, eine Pupille, die anders aussieht oder anders reagiert als die andere, Doppelbilder, Lichtblitze oder Rußregen im Gesichtsfeld, ein roter, harter Augapfel, ein Trauma mit eindringendem Fremdkörper, jeglicher Verdacht auf Verätzung, Sehverschlechterung mit Kopfschmerzen und Übelkeit (Verdacht auf akutes Glaukom), eine Rötung mit Sekret bei Säuglingen unter vier Wochen sowie jedes Auftreten einer ausgeprägten Photophobie. Bei Kontaktlinsentragenden mit roten, schmerzenden Augen gilt: Linse raus, Augenarzt aufsuchen, am gleichen Tag. Im Zweifel und außerhalb der Sprechzeiten ist die augenärztliche Notambulanz der zuständigen Klinik die richtige Adresse; in Duisburg gehören dazu die Augenklinik des Helios Klinikums und das Universitätsklinikum Essen in unmittelbarer Nähe.
Wir beraten Sie persönlich
Augenbeschwerden sind so individuell wie das Augenpaar selbst. In der Schwanen-Apotheke nehmen wir uns die Zeit, gemeinsam mit Ihnen herauszufinden, was hinter Rötung, Brennen oder Tränenfluss steckt. Wir prüfen, welche Tropfen für Ihre Situation passen, achten auf Konservierungsmittelfreiheit bei häufiger Anwendung und auf die Verträglichkeit mit Ihrer Kontaktlinse. Bei chronisch trockenen Augen besprechen wir mit Ihnen ein gestuftes Therapiekonzept – vom Basisbenetzungsmittel über die Lidhygiene bis hin zur augenärztlichen Vorstellung bei ausbleibender Besserung. Selbstverständlich klären wir auch über Wechselwirkungen Ihrer übrigen Medikamente mit Augentropfen auf – viele Patient:innen wissen nicht, dass etwa Betablocker die Tränenproduktion senken können. Wenden Sie sich gerne an uns: direkt am Tresen, telefonisch oder über unser Kontaktformular. Unsere aktuellen Öffnungszeiten finden Sie auf der entsprechenden Unterseite. Wir wünschen Ihnen klare, schmerzfreie und gesunde Augen!