Homöopathie

Homöopathie – ein Überblick

Wenige Therapierichtungen polarisieren so stark wie die Homöopathie. Für die einen ist sie eine sanfte, ganzheitliche Heilkunst, die seit über 200 Jahren Linderung verschafft, für die anderen ist sie wissenschaftlich nicht haltbar und allenfalls ein Placebo. Beides gehört zur Wahrheit. In der Schwanen-Apotheke in 47051 Duisburg sehen wir tagtäglich Kund:innen, denen homöopathische Mittel im konkreten Fall geholfen haben – gleichzeitig nehmen wir die Hinweise der wissenschaftlichen Medizin sehr ernst und beraten Sie ehrlich darüber, in welchen Situationen Homöopathie eine vernünftige Ergänzung sein kann und in welchen Sie besser auf andere Therapien zurückgreifen sollten.

Geschichte: Wie Hahnemann auf die Idee kam

Begründet wurde die Homöopathie um 1796 vom sächsischen Arzt Samuel Hahnemann (1755–1843). Hahnemann war mit der damaligen Schulmedizin, die nicht selten mit Aderlass, Brechmitteln und drastischen Substanzen mehr schadete als nutzte, tief unzufrieden. Bei eigenen Versuchen stellte er fest, dass eine gesunde Person, die Chinarinde einnahm, ähnliche Symptome wie ein Malariakranker entwickelte – und folgerte daraus sein berühmtes Simile-Prinzip: „Similia similibus curentur“ (Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt). Daraus entwickelte er ein System von „Arzneimittel­prüfungen“, in denen gesunde Personen Substanzen einnahmen und ihre Symptome protokollierten; das so entstandene Arzneimittel­bild diente dann der Mittelwahl bei Kranken mit ähnlichen Beschwerden.

Weil viele der ursprünglich verwendeten Substanzen giftig waren, kam Hahnemann auf die Idee der Potenzierung: ein schrittweises Verdünnen und gleichzeitiges Verschütteln, das die Substanz seiner Ansicht nach nicht abschwächt, sondern in ihrer Wirkung „dynamisiert“. Diese Annahme ist bis heute der wissenschaftlich umstrittenste Teil der Homöopathie.

Potenzen und Mittelwahl

Homöopathische Mittel werden in unterschiedlichen Potenzen hergestellt:

  • D-Potenzen (Dezimalpotenzen): 1:10 Verdünnung pro Schritt. D6 entspricht einer Verdünnung von 1:106. Hier ist die Ausgangs­substanz oft noch messbar vorhanden.
  • C-Potenzen (Centesimalpotenzen): 1:100 pro Schritt. Ab etwa C12 ist die Ausgangs­substanz rechnerisch nicht mehr nachweisbar. C30 und höher gelten als „Hochpotenzen“.
  • LM- oder Q-Potenzen: 1:50.000 pro Schritt, von Hahnemann selbst entwickelte sanfte Hochpotenzen für die längerfristige Einnahme.

Welche Potenz im Einzelfall gewählt wird, hängt von vielen Faktoren ab: dem Beschwerde­bild, der Konstitution, der Vertrautheit des Anwenders mit dem Mittel und der Frage, ob ein akutes oder chronisches Geschehen behandelt werden soll. Klassische Hausapotheken-Empfehlungen liegen meist im Bereich D6, D12 oder C30. Wer es genauer wissen möchte, sucht eine homöopathisch ausgebildete Ärztin oder Heilpraktikerin auf; eine ausführliche Erstanamnese kann durchaus eine bis zwei Stunden dauern.

Die homöopathische Hausapotheke

Für die Selbstbehandlung kleinerer Alltags­beschwerden hat sich eine kleine Auswahl bewährter Mittel etabliert – die so genannte homöopathische Hausapotheke. Dazu gehören unter anderem:

  • Arnica – bei stumpfen Verletzungen, Prellungen, Muskelkater, nach Zahnextraktion.
  • Apis – bei brennend­heißen, geröteten Schwellungen, etwa Insektenstichen.
  • Belladonna – bei plötzlich auftretendem Fieber mit hochrotem Kopf und klopfendem Pulsschlag.
  • Nux vomica – bei Magenbeschwerden nach üppigem Essen, Reizbarkeit, „Katerkopfschmerz“.
  • Pulsatilla – bei verschleimten Erkältungen mit wechselhaftem, weinerlichem Befinden.
  • Aconitum – bei plötzlich beginnenden Erkältungen nach Kältereiz oder Schreckerlebnis.
  • Rhus toxicodendron – bei Steifigkeit nach Ruhe, die sich durch Bewegung bessert.

Wir beraten Sie gerne, welche Mittel in welchen Potenzen für Ihre eigene Hausapotheke sinnvoll sind. Das Set sollte regelmäßig (etwa alle 5 Jahre) auf Haltbarkeit überprüft werden – auch wenn Globuli sehr lange ihre Qualität bewahren.

Homöopathie bei Kindern

Gerade in der Kinderheilkunde wird die Homöopathie häufig nachgefragt, weil sie ohne nennenswerte Neben­wirkungen auskommt und die süßlichen Globuli von den meisten Kindern problemlos akzeptiert werden. Bei klassischen Kinder­krankheiten wie Drei-Monats-Koliken, Zahnungs­beschwerden, Mittelohr­entzündungen oder Erkältungs­infekten setzen viele Eltern sie ein. Wichtig: Bei Säuglingen unter 6 Monaten, bei hohem Fieber, bei Atemnot, bei anhaltendem Erbrechen oder bei jedem Verdacht auf einen ernsthaften Infekt gehört das Kind in ärztliche Behandlung – Homöopathie ersetzt dann den Kinderarzt nicht.

Schüßler-Salze

Die Schüßler-Salze sind streng genommen keine klassische Homöopathie, werden aber im Sprachgebrauch oft gemeinsam mit ihr erwähnt. Sie gehen auf den Oldenburger Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) zurück, der zwölf „funktionelle Salze“ identifizierte, die seiner Ansicht nach Stoffwechsel­funktionen im Körper unterstützen. Die Salze werden in der Regel als D6- oder D12-Tabletten eingenommen, oft mehrmals täglich. Beliebt sind unter anderem Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) bei beginnenden Infekten, Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) bei Muskel­verspannungen, oder Nr. 8 (Natrium chloratum) als Säure-Basen-Regulator.

Grenzen und wissenschaftliche Bewertung

Wir möchten Sie auch über die Grenzen der Homöopathie aufklären. Bei akuten, lebens­bedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, schweren bakteriellen Infektionen, Krebs oder ausgeprägten psychischen Krisen ist Homöopathie kein Ersatz für die Schulmedizin. Auch die methodisch sauberen Studien der vergangenen Jahrzehnte haben – im Schnitt – keinen Wirknachweis erbracht, der über den Placebo­effekt hinausgeht. Die individuelle Wahrnehmung, dass „es geholfen hat“, ist trotzdem ernst zu nehmen: der Placebo­effekt ist ein realer biologischer Vorgang, und die ausführliche Erst­anamnese bei einer homöopathischen Behandlung wirkt für viele Patient:innen heilsam, weil sie sich endlich gehört fühlen. Genau diese aktivierende, zugewandte Beratung ist auch Teil dessen, was wir in der Schwanen-Apotheke leisten möchten.

Beratung in unserem Haus

Wenn Sie sich für homöopathische Mittel interessieren oder bereits damit arbeiten, sprechen Sie uns gerne an. Wir führen ein gut sortiertes Sortiment an Einzelmitteln (Globuli, Tabletten, Tropfen, Salben) in unterschiedlichen Potenzen, dazu Komplex­mittel und Schüßler-Salze. Bei Bedarf bestellen wir Spezial­potenzen oder seltene Mittel binnen 24 Stunden. Wichtig: wir kombinieren Beratung zur Homöopathie immer mit einer Einschätzung der Beschwerden insgesamt – damit Sie nicht aus Versehen eine ernste Erkrankung verschleppen.

Redaktion Schwanen-Apotheke Duisburg; Quellen: Materia Medica, Leitfaden Homöopathie (Urban & Fischer), Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte